Geschichte von Kiel Teil 2

Als Reaktion auf die wachsende Nachfrage nach Akademikern unterzeichnete Herzog Christian Albrecht am 29. September 1665 die Universitätscharta. Damals unterrichteten 16 Professoren 140 Studenten in vier verschiedenen Fakultäten: Theologie, Jura, Medizin und Philosophie. Das ehemalige Franziskanerkloster war das erste Universitätsgebäude und nach und nach kamen weitere Gebäude hinzu.
Der damalige Medizinprofessor Johann Daniel Major gründete das weltweit erste öffentlich zugängliche Museum und gründete eine Sammlung theoretischer Medizin. Die Christian-Albrechts-Universität wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. 1945 wurden die Kurse auf einem Boot gesammelt und in einer Fabrik fortgesetzt, die nach 1946 am Stadtrand abgebaut wurde. Die neuen Universitätsgebäude mit Fakultäten, Amphitheatern, Kantinen, einem neuen botanischen Garten, einer Universitätskirche und einem Kindergarten wurden sukzessive um diese Fabrik herum errichtet. Heute hat die Kiels University mehr als 20.000 Studenten.

Von der Gründung bis zum 18. Jahrhundert gehörte Kiel zum Herzogtum Holstein, einem Verbündeten vieler kleiner deutscher Bundesländer. Das Gebiet bis zur Grenze zu Hamburg wurde 1773 von Dänemark im Wege eines Flächenaustausches festgelegt. In dänischer Zeit wurde viel für die Infrastruktur getan: Für Rendsburg und Flensburg wurden Landstraßen gebaut, für Altona (Hamburg, 1844) und Neustadt (1846) die Eisenbahnen und für Kopenhagen (1819) eine Dampfverbindung. Die erste Verbindung zwischen Nord- und Ostsee, der Schleswig-Holstein-Kanal, entstand zwischen 1777 und 1784 durch die Flüsse Levensau und Eider. Nach dem Krieg zwischen Dänemark und Deutschland wurde Kiel unter die Kontrolle Preußens und Österreichs gestellt und wurde Teil des Königreichs Preußen.

Die Tatsache, dass die Werft Schweffel & Howald (wieder unter dem Namen HDW geführt) bereits Dampfschiffe produziert hat, ist einer der Gründe dafür, dass Kiel zur Zeit des Deutschen Reiches zum Hauptkriegshafen gewählt wurde. Kaiser Wilhelm-Kanal (Kaiser-Wilhelm-Kanal) wurde ebenfalls gebaut und 1895 eingeweiht. Kiel verfügt auch über eine elektrische Straßenbahn und einen Zug nach Berlin.

Die Deutsche Revolution begann 1918 als Rebellion der Kieler Seeleute und breitete sich im gesamten Deutschen Reich aus, was zum Rücktritt des Kaisers führte. Philipp Scheidemann proklamierte schließlich am 9. November 1918 in Berlin eine Republik.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Kiel zur Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. Die Bevölkerung wächst rapide, unter anderem durch die Kolonisierung der kaiserlichen Marine. Von 1850 bis 1914 wuchs die ehemalige Bevölkerung von 16.000 plötzlich auf 225.000 Einwohner an. Die Marine hat den Schiffbau und verwandte Industriezweige stimuliert, die immer mehr Arbeitskräfte benötigen. Kiel ebnete den Weg für die Zukunft des Schiffbaus: Das U-Boot (1850), der Kreiselkompass (1904) und das Sonar (1913) wurden erfunden. Die Bauarbeiten waren damals fast im Chaos. Es wurden nicht nur mehr Wohnungen benötigt, sondern auch funktionale Gebäude wie Rathaus, Bahnhof und Opernhaus mussten den Bedürfnissen einer Großstadt gerecht werden. Die meisten der verbliebenen mittelalterlichen Häuser wurden abgerissen und Kiel wurde zu einer Stadt im Stil der industriellen Expansion.

Die Bomben des Zweiten Weltkriegs zerstörten 80% der Stadt. Deshalb wird die Stadtlandschaft heute von den Gebäuden der fünfziger, sechziger und siebziger Jahre, von zeitgenössischer Architektur, aber auch von großen Hafengebäuden und Kränen bestimmt.

Seit 1882 finden in der Kieler Bucht und der Kieler Bucht seit 1882 jährlich Segelwettkämpfe statt, die von Anfang an eine internationale Atmosphäre ausstrahlen. Noch heute finden sie in Form eines jährlichen Festivals, der Kieler Woche, statt. Gegründet und organisiert wurde die Veranstaltung vom Marine-Regatta-Verein in Kiel und später vom Kaiserclub (KYC). Der Kaiser selbst nahm regelmäßig an seiner Jagd nach Meteor teil.

Dank der Woche de Kiel erlangte das Segelrevier internationalen Ruhm und die Olympischen Spiele fanden 1936 und 1972 zweimal in Kiel statt. Damit ist Kiel die einzige deutsche Stadt, in der das olympische Feuer mehr als einmal gebrannt hat. Heute ist die Kieler Woche weit mehr als nur ein nautisches Ereignis: Sie ist ein internationales Festival, das die ganze Stadt umspannt und Sport- und Musikveranstaltungen, einen internationalen Lebensmittelmarkt, Konzerte und Spiele präsentiert.

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